SDG 6

Sauberes Wasser und Sanitär-einrichtungen

Verfügbarkeit und nachhaltige Bewirtschaftung von Wasser und Sanitärversorgung für alle gewährleisten.

SDG 6

Unterziele

Handlungsfelder für Unternehmen

Handlungsfelder für Privatpersonen

 

Die Agenda 2030 bezeichnet die Beseitigung von Armut in allen ihren Formen und Dimensionen als die größte globale Herausforderung und eine unabdingbare Voraussetzung für eine nachhaltige Entwicklung. Für die globale Umsetzung der Agendaziele wird Ziel 1 hohe Signalwirkung haben. Im Jahr 2015 lebten weltweit nach Schätzungen der Weltbank 700 Millionen Menschen in extremer Armut. Mehr als 70 % davon sind Frauen. In extremer Armut lebt ein Mensch nach Definition der Weltbank, wenn ihm pro Tag weniger als 1,90 US Dollar (ca. 1,60 Euro) zur Verfügung stehen.

Unterziele

Was soll erreicht werden?

Ziel 6.1 

Bis 2030 den allgemeinen und gerechten Zugang zu einwandfreiem und bezahlbarem Trinkwasser für alle erreichen.

Ziel 6.2 

Bis 2030 den Zugang zu einer angemessenen und gerechten Sanitärversorgung und Hygiene für alle erreichen und der Notdurftverrichtung im Freien ein Ende setzen, unter besonderer Beachtung der Bedürfnisse von Frauen und Mädchen und von Menschen in prekären Situationen.

Ziel 6.3

Bis 2030 die Wasserqualität durch Verringerung der Verschmutzung, Beendigung des Einbringens und Minimierung der Freisetzung gefährlicher Chemikalien und Stoffe, Halbierung des Anteils unbehandelten Abwassers und eine beträchtliche Steigerung der Wiederaufbereitung und gefahrlosen Wiederverwendung weltweit verbessern.

Ziel 6.4

Bis 2030 die Effizienz der Wassernutzung in allen Sektoren wesentlich steigern und eine nachhaltige Entnahme und Bereitstellung von Süßwasser gewährleisten, um der Wasserknappheit zu begegnen und die Zahl der unter Wasserknappheit leidenden Menschen erheblich zu verringern.

Ziel 6.5

Bis 2030 auf allen Ebenen eine integrierte Bewirtschaftung der Wasserressourcen umsetzen, gegebenenfalls auch mittels grenzüberschreitender Zusammenarbeit.

Ziel 6.6

Bis 2020 wasserverbundene Ökosysteme schützen und wiederherstellen, darunter Berge, Wälder, Feuchtgebiete, Flüsse, Grundwasserleiter und Seen.

Wie soll das Ziel erreicht werden?

6.a

Bis 2030 die internationale Zusammenarbeit und die Unterstützung der Entwicklungsländer beim Kapazitätsaufbau für Aktivitäten und Programme im Bereich der Wasser- und Sanitärversorgung ausbauen, einschließlich der Wassersammlung und -speicherung, Entsalzung, effizienten Wassernutzung, Abwasserbehandlung, Wiederaufbereitungs- und Wiederverwendungstechnologien.

6.b

Die Mitwirkung lokaler Gemeinwesen an der Verbesserung der Wasserbewirtschaftung und der Sanitärversorgung unterstützen und verstärken.

Handlungsfelder für Unternehmen

Die größte Relevanz besteht für alle Unternehmen, die für ihren Wertschöpfungsprozess auf Wasser angewiesen sind. Für die Erfassung der direkten und indirekten Wasserverbräuche hat sich der Begriff des virtuellen Wassers bewährt – als Begriff für die Menge Wasser, die tatsächlich für die Herstellung eines Produkts anfiel.
Unterschieden wird in:

  • grünes virtuelles Wasser aus Niederschlag und natürlicher Bodenfeuchte
  • blaues virtuelles Wasser für künstliche Bewässerung
  • graues virtuelles Wasser für Wasser, das während der Nutzung beeinträchtigt wird (durch Düngemittel, Pestizide oder Industrieabfälle) und nur bedingt wiederverwendet werden kann.
Bei der Herstellung eines Mikrochips beispielsweise 32 Liter, bei der Herstellung eines Kilogramms Rindfleisch 15.000 Liter. Mitberücksichtigt wird dabei auch der auf den ersten Blick verdeckte Wasserverbrauch: Bei der Erzeugung von Rindfleisch ist nicht nur die Verwendung von Trinkwasser für die Tiere zu berücksichtigen, sondern auch der natürliche Niederschlag und die Bewässerung für Felder und Wiesen, welche das Futter für die Tiere liefern.
  • In welchem Maße ist das Unternehmen von Wasser abhängig und wie viel virtuelles Wasser wird benötigt?
  • Die effiziente Nutzung von Wasser im Unternehmen zusammen mit angemessenen Sicherheitsmaßnahmen, Abwasserwirtschaft, Verschmutzungskontrolle und Technologieeffizienz ist der Schlüssel zur Wahrung unserer wertvollsten Ressource.
  • Produkt- und Prozessinnovationen im Betrieb zur Reduktion des Wasserverbrauchs.
  • In Maßnahmen investieren, die den Wasserhaushalt der Region fördern und die Ökosysteme belastbarer in Zeiten von Dürre machen (z. B. Teiche anlegen, Flächen entsiegeln, Dächer und Fassaden begrünen und Aufforstung unterstützen).
  • Belastung des Grundwassers vermeiden (Landwirtschaft, falsche Entsorgung von Schwermetallen und Chemikalien).

Handlungsfelder für Privatpersonen

  • Im Alltag Wasser sparen! Das bedeutet, z.B. Wasser abdrehen beim Zähneputzen oder Rasieren, lieber duschen als baden und wassersparende Armaturen und Duschköpfe verwenden.
  • Effiziente Wasch- und Spülmaschinen bevorzugen und immer voll beladen.
  • Bei der Dosierung von Wasch- und Reinigungsmitteln auf die angegebene Menge und nur umweltfreundliche Produkte nutzen.
  • Zum Gießen der Garten- und Rasenfläche Regenwasser verwenden. Pflanzen bevorzugen ohnehin das kalkarme Wasser vom Himmel.
  • Bewusster einkaufen. Die Produktion einer Jeans verbraucht zum Beispiel bis zu 11.000 Liter virtuelles Wasser, ein Computer sogar 20.000 Liter. Wer weniger kauft bzw. sorgsam mit Konsumgütern umgeht, spart auch Wasser.
  • Jegliche Art von Verschmutzung des Leitungswassers vermeiden.
  • Wasser ist lebensnotwendig! Unterstütze Projekte in Ländern, die keinen oder eingeschränkten Zugang zu sauberem Wasser haben.